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Bindung, oder das seiende Sein des Seins

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr16 Bindung

Nr16 Bin­dung

(stu) Im aus­ge­spro­chen har­mo­ni­schen For­mat, das Schwarz halb­wegs und mit zöger­li­chen Schwung auf­ge­schlitzt, so dass das intime Blut­rot dar­un­ter schmerz­lich sicht­bar wird. Diese häss­li­che Wunde, die­ser sadis­tisch bewusst geführte Schmiss quer über die ganze Flä­che der eben noch hei­len und dis­kret schwar­zen Aus­deh­nung des For­ma­tes, erfährt dann eine nicht wirk­lich hei­lende und besänf­ti­gende Bin­dung (mehr …)

 

Fifty Shades of Statistic

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr33 Wachsdum 3

Nr33 Wachs­dum 3

(stu) Schon vor mehr als ei­nem gu­ten Jahr­hun­dert, aber spä­tes­tens als Henri Ford das Fliess­band, diese ebenso pro­duk­tive wie mensch­lich grau­same Früh­form des in­dus­tri­el­len Robo­ters, zwecks Stei­ge­rung der Stück­zahl und zu­guns­ten ei­nes er­schwing­lich tie­fen Stück­prei­ses in der Auto­mo­bil­pro­duk­tion ein­zu­set­zen wusste, kam die bange Frage auf, (mehr …)

 

Glück auf!

Aus der Serie «Sprachperlen»

kw_20140703_Gegensatz 3_e

Nr36 Gegen­satz 3

(stu) Wie­der ein Werk wie aus der Bou­tique für das geho­bene Wohn-Acces­soire in einer so wohl mas­sierten Ästhe­tik, dass nie­mand auf Anhieb auf die Idee käme, sich mit der net­ten Typo­gra­phie auch inhalt­lich ein­zu­lassen: In die­sem Dop­pel­rah­men-Ensem­ble ist optisch das GLÜCK dem GLEICH har­mo­nisch gleich­ge­wichtig und gleich­be­rech­tigt zuge­sellt und (mehr …)

 

Neid leuchtet

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr38 Randständige

Nr38 Rand­stän­dige

(stu) Als wär’s ein selt­sames und kost­bar-anrü­chi­ges Expo­nat in einem Museum des ana­ly­tisch aber letzt­lich trotz­dem unver­ständ­lich dar­ge­stellten Wahn­sinns, in einer ewi­gen und all­um­fas­senden Samm­lung his­­to­­risch-eth­­no­­lo­gisch-sozi­o­­psy­cho­­lo­gi­­scher Para­digmen, im Kabi­nett des über­wirk­lich Wirk­li­chen und brav ein­ge­füllt in einer den übli­chen Sockel des Kunst­wer­kers krö­nenden Scha­tulle, ist da zu sehen GRÜ­NERGLIBBER umstan­den von Figür­chen, die zunächst den Mass­stab der Sze­nerie vor­geben. […]

 

Von Rittern und Drachen

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr18 Rah­men­hand­lung 5

(stu) Je zwei des vier­zehn Buch­staben umfas­senden Wor­tes RAH­MEN­HAND­LUNG in iden­ti­sche Rah­men sinn­ge­mäss hin­ter­ein­ander gesetzt und mit je einer optisch als Fuss­note ins Bild gesetz­ten spe­zi­fi­schen Rah­men­hand­lung erge­ben sie­ben Ein­zel­bilder die, zum waag­rechten Gan­zen gefügt, die­ses Werk Maras aus­ma­chen. Die klar­li­nige Ästhe­tik – das Werk könnte ohne Wei­teres im Design-Laden, Bank­foyer, im Archi­tek­tur­büro oder im Leh­rer­zimmer etc. hän­gen – ver­hält sich aller­dings zum Inhalt wie der Schafs­pelz zum Wolf. […]

 

Eislauf mit Sturzgarantie und Pingpong

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr19 Gegen­sätze

(stu) Das Flui­dum, die Kopf­note und der erste Ein­druck des Wer­kes Nr19 ist Design gefäl­lig und ein jedes gedie­gene Arran­ge­ment von Desi­gn­möbel, ob im Wohn­be­reich der bil­dungs­be­flis­senen geho­benen Mit­tel­klasse oder etwa im Büro des edlen Anwalts erhielte zusätz­li­chen Glanz mit die­sem Dop­pel­bild bzw. Dypti­chon an der Wand. […]

 

Ein Segel im Wind des freien Geistes

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr20 Der Fehler

Nr20 Der Feh­ler

(stu) Das Werk Nr20 vom Kunst­werker Mara ist Vie­les. Die­ses ver­hält­nis­mässig frühe Werk ist vor allem auch eine wun­der­schön gestal­tete Typo­gra­phie von bestechen­der gestal­te­ri­scher und inhalt­li­cher Ein­fach­heit und kon­ge­nialer Ver­knüp­fung. Gerade auch im Schwarz-Rot-Weiss sei­ner Phä­no­me­no­logie erscheint es als unver­kenn­bare Hom­mage an die welt­weite Hoch­blüte der Schwei­zer Schrift­gra­phik der Sech­zi­ger- und Sieb­zi­ger­jahre […]

 

Die Pest ist ein Aperçu

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr45_Eskalation_006

Nr45 Eska­la­tion

(stu) Ein Hauch von edlem Holz­spiel­zeug von unschul­diger Hand­werk­lich­keit und abs­trakter plas­ti­scher Qua­lität, zwi­schen PAS­TO­RINI und VISA GLO­RIA zu asso­zi­ieren. Auch gerade mit sei­ner fast pud­rig fei­nen Ober­fläche zeigt sich <Nr45 Eska­la­tion> als künst­le­ri­sche Spie­lerei in Weiss und Rot und – als lich­tes ste­hendes Mobile schwe­bend erschei­nend – als eine der Ästhe­tik CAL­DER’S ver­pflich­tetes Werk, das in sei­nem Sinne auch als UN BLANC ET UN ROUGE beti­telt wer­den könnte […]

 

Der rote Faden ins Labyrinth

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr46 Der rote Faden

Nr46 Der rote Faden

(stu) Ein nicht ein­mal ein­fach gestrick­tes, son­dern ledig­lich ein­fach auf­ge­spul­tes Werk dies­mal. Von unse­rem Kunst­wer­ker, des­sen Hin­ter­list wir mitt­ler­weile satt­sam ken­nen und wis­sen: den Schin­ken am schein­bar mage­ren Kno­chen müs­sen wir uns als Betrach­ter sel­ber erschaf­fen, die Sau also zum genüss­li­chen Ver­zehr sel­ber mäs­ten […]

 

Ein freundlich Licht von Aussenseitern

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr21 Ins beste Licht ge(d)rückt

Nr21 Ins beste Licht ge(d)rückt

(stu) Diese beson­ders gelun­gene Licht­skulp­tur ist nicht nur ein schö­nes Stück Kunst­werk, son­dern auch ein sehr paten­tes Stück Werk­kunst. Wie so oft, so kann auch hier der Kunst­wer­ker Mara seine prak­ti­sche Ader und seine gefä­chert vor­han­de­nen hand­werk­li­chen Fähig­kei­ten nicht ver­leug­nen, ist diese Skulp­tur doch, nebst­dem sie eine zeit­ge­schicht­lich und poli­ti­sche Aus­sage per­fekt klar und doch ohne Mora­lin ver­mit­telt, ein aus­ge­spro­chen exzel­len­tes Raum­licht, eine milde Lampe also, die zudem als schier uner­schöpf­li­ches Depot für Schreib­ge­räte der mensch­li­chen Ver­gess­lich­keit gege­be­nen­falls ent­ge­gen­kom­men mag […]