Archive For: tempora et mores

Zeit- und Denkraub

Weichgekocht und entseelt

Schweigen_001„Nicht jede Ver­schwörungs­the­o­rie ist gefährlich, manch­mal ist es gefährlich, keine Ver­schwörungs­the­o­rie zu haben“ — Daniela Dahn

Lassen Sie uns nachdenken

Etwa darüber, dass sich die Welt­­bevöl­kerung seit Beginn des 19. Jahrhun­derts mehr als ver­sieben­facht hat und täglich (sic!) um na­hezu eine Viertel­­million Men­schen weit­er wächst. Darüber, dass diese Bevöl­kerungs­explosion ver­drängt wer­den muss, weil der Zwang zum zins­basierten Wirtschaftswach­s­tum let­ztlich voraus­set­zt, dass immer mehr Kon­sumenten “immer mehr Mehr” kon­sum­ieren. Also wir. Sie und ich. Sie und ich und die Anderen. Möglichst rund um die Uhr. Mit Giral­geld und auf Pump. In immer grösseren Kon­sumtem­peln oder gerne auch gren­zen­los — die vor­läu­fig let­zte Raketen­stufe des uner­sät­tlichen Wach­s­tum­swahns — im World Wide Web. Mit Glanz & Glo­ria und Frac­tion­al Life. Von Werbe-Mil­liar­den, Kup­pel-Shows, Frauen­tausch und Hartz-IV-Tele­vi­sion weichgekocht und entseelt. Auf der ver­meintlichen Sieger­seite der Schweige­s­pi­rale klein­mütig aber poli­tisch kor­rekt mit den Wölfen heulend und klick­end. Lassen Sie uns nach­denken darüber, dass unser zins- und zins­eszins­basiertes Finanz- und Wirtschaftssys­tem uns näch­stens wieder an die Wand fahren wird und lassen Sie uns schliesslich erken­nen, dass uns die zunehmende Boule­var­disierung von Poli­tik und Gesellschaft nicht nur die Zeit zum Nach­denken raubt, son­dern durch Spal­tung in orts‑, bindungs- und ori­en­tierungslose Einzel­masken — der ent­fes­selte Sin­gle als per­fek­ter Kon­sument — let­ztlich auch jegliche Fähigkeit zu Sol­i­dar­ität und Demokratie…

Entwed­er nie­mand ist schuld oder wir sind es alle — Demut und Bil­dung tut Not.
Mara / kun­st & wach

 
Unsere enorm produktive Wirtschaft verlangt, dass wir den Konsum zum Lebensinhalt machen, dass wir den Kauf und Gebrauch von Waren in Rituale verwandeln, dass wir unsere spirituelle Befriedigung, unsere Ich-Befriedigung im Konsum suchen. Wir müssen dafür sorgen, dass immer mehr Dinge konsumiert, verbraucht, aufgetragen, ersetzt und weggeworfen werden. — Victor Lebow
 
Seit Platon haben wir - ich meine damit Länder, die durch eine antike, christliche und koloniale Vergangenheit verbunden sind - das Machbare vor das Brauchbare gestellt und die Kontrolle des Lebens vor seiner Achtung. Wir haben die Natur, die Tiere und andere Kulturen missachtet, unsere Körper, unsere Gefühle und unsere eigenen Seelen. Und dieses „andere“ meldet sich jetzt. — Ariadne von Schirach
 
Andere Meinungen dienen längst nicht mehr dazu, unsere eigenen zu überprüfen, nur dazu, den Gegner dingfest zu machen. — Eva Menasse
 
Willst Du das Leben leicht haben, so bleibe immer bei der Herde. Liebe den Hirten und ehre das Gebiss seines Hundes! — Friedrich Nietzsche
 
Vom physischen Überlebenskampf in ungezähmter Natur wird das Individuum in einen psychischen Überlebenskampf in durchreglementierter und hypernervöser Zivilisation treten... - Hans Widmer
 
Unsere enorm produktive Wirtschaft verlangt, dass wir den Konsum zum Lebensinhalt machen, dass wir den Kauf und Gebrauch von Waren in Rituale verwandeln, dass wir unsere spirituelle Befriedigung, unsere Ich-Befriedigung im Konsum suchen. Wir müssen dafür sorgen, dass immer mehr Dinge konsumiert, verbraucht, aufgetragen, ersetzt und weggeworfen werden. - Victor Lebow
 
Doch auch wenn Ehrlichkeit oft die beste Strategie ist, beruht Politik auf den Meinungen der Leute, und deshalb ist das Manipulieren von Meinungen so wichtig. - Roger Scruton
 
Denken ist schwer, darum urteilen die meisten. - Carl Gustav Jung
 
Die Geschichte des Luxus ist die Geschichte eines Traumas. Wir genügen als nackte Menschen nicht. Erst wenn wir uns Statussymbole umhängen, erfahren wir uns als annehmbar: Wir gehen also Einkaufen, um die Welt zu überzeugen, dass wir interessante, wertvolle Menschen sind. - Alain de Botton