WENN SIE SCHON MAL HIER SIND...

Nr104 Inflation

Nr104 Infla­ti­on, 2019

Will­kom­men bei KUNST & WACH, der pri­va­ten Web­sei­te über Kunst­wer­ken und Wachs­tums­wahn. Kei­ne Ahnung, was Sie hier­her führt. Viel­leicht wol­len Sie ja gleich wie­der gehen. Oder höchs­tens — wenn Sie schon mal hier sind — kurz in Erfah­rung brin­gen, wor­um es geht und wer dahin­ter steckt? Oder wol­len Sie etwa gleich zur Sache kom­men und uner­schro­cken dem Wahn­sinn ins Auge schau­en, die vir­tu­el­le Gale­rie besu­chen oder das neus­te Werk von MARA stu­die­ren? Pro­lo­ge lesen? Die fein­geis­ti­gen Sprach­per­len des elo­quen­ten Kunst­his­to­ri­kers durch­drin­gen? Kom­men­ta­re der Gäs­te durch­stö­bern? Kon­takt auf­neh­men?

Was weiss ich! Am bes­ten machen Sie doch ein­fach was Sie wol­len…

MARA
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kunst & wach | wachsdum.ch | alertgallery.com  | © Mara 1995 ‑2020

 

Gefrorene Tränen versus Verblödung

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr57 Surrogat 1

Nr57 Sur­ro­gat 1

(stu) Eine stramm­ge­sun­de Topf­pflan­ze ent­wi­ckelt bei nähe­rem Hin- und Rund­um­se­hen den Charme einer etwas skur­ri­len Sonn­tags­bas­te­lei, indem näm­lich an der Basis des Top­fes drei han­dels­üb­li­che Bat­te­ri­en für Taschen­lam­pe oder so gebün­delt ange­fügt und durch zwei ver­schie­den­far­bi­ge elek­trisch lei­ten­de Kup­fer­dräh­te, deren Enden pro­fes­sio­nell gehäu­tet dis­kret ins Erd­reich gesteckt, zu einem Gan­zen ver­bun­den sind. Man kann bei die­sem Werk ein harm­lo­ses Avers von einem bedeu­tend weni­ger harm­lo­sen und bei zuneh­men­der Betrach­tung zuneh­mend bestür­zen­de­res Revers unter­schei­den. Das Avers zeigt uns die bür­ger­sin­ni­ge Grün­pflan­ze mit ihrer Daten­ban­de­ro­le. Das Revers die Ener­gie zu- oder abfüh­ren­de elek­tri­sche Maschi­ne, die als­bald als Bom­be erkannt, dem Magen ver­hal­te­ne Panik­krämp­fe beschert […]

 

Wer geht mit wem?

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr54 Smartphone

Nr54 Smart­pho­ne

(stu) Von zwei Schüs­sen getrof­fen konn­te sich der Frem­de im unweg­sa­men Gelän­de des Gebir­ges vor sei­nen Ver­fol­gern nur sehr knapp hin­ter einem der tau­send Fel­sen ver­ste­cken — nur um nach weni­gen Tagen des Ver­har­rens an sei­nen Wun­den zu ster­ben. Als er, der wahr­schein­lich ein Agent aus dem Süden war, end­lich gefun­den wur­de, war sei­ne Lei­che ein trau­ri­ger Anblick und die zustän­di­gen Behör­den und ihr Wis­sen­schafts­dienst sich­te­ten die Res­te sei­ner Klei­dung und die weni­gen Uten­si­li­en, die er in einer Art Män­ner­ta­sche mit sich führ­te. Nein, ein Smart­pho­ne war nicht dabei, aber der vor rund 7000 Jah­ren im Brennerge­biet kläg­lich Ver­bli­che­ne, als Ötzi bekann­te, hat­te eine Schnur mit etli­chen in unre­gel­mäs­si­gen Abstän­den ein­ge­ar­bei­te­ten Kno­ten bei sich — ein Iti­nerar also, dem die wesent­li­chen Weg­stre­cken der unter­nom­me­nen Rei­se abzu­lei­ten und mit dem Win­kel und Gestir­ne anzu­pei­len waren […]

 

Serra und Zeitmaschine: Ein Schlüsselfall

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr53 Freiheit - Sicherheit

Nr53 Frei­heit — Sicher­heit

(stu) Dort wo im Sur­sel­va die Rus­sein von Nor­den zu Tale fällt um dann in der Soh­le brav in den noch jun­gen Vor­der­rhein ein­zu­flies­sen als wär nichts gesche­hen, wird bis­wei­len mit Erfolg nach aus­ge­wa­sche­nem Gold gesucht. Die Gold­su­cher schwen­ken in gedul­di­gem Ritu­al ihre Sie­be zwi­schen eini­gen Stei­nen, die stel­len­wei­se wie zufäl­lig geschich­tet erschei­nen — ein Phä­no­men, das ja in die­ser wil­den Gegend durch­aus bekannt ist. Was soll­te im übri­gen, fragt sich viel­leicht der Gold­jä­ger in einer Ver­schnauf­pau­se den Schweiss von der Stir­ne wischend, eine Mau­er quer über den an die­ser Stel­le in der Regel als Bach, wenn nicht Bäch­lein, ziel­los dahin­plau­dern­dern Vor­der­rhein […]

 

Zeit- und Denkraub

Weichgekocht und entseelt

Schweigen_001„Nicht jede Ver­schwö­rungs­theo­rie ist gefähr­lich, manch­mal ist es gefähr­lich, kei­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie zu haben“ — Danie­la Dahn

Lassen Sie uns nachdenken

Etwa dar­über, dass sich die Welt­­bevöl­kerung seit Beginn des 19. Jahr­hun­derts mehr als ver­sie­ben­facht hat und täg­lich (sic!) um na­hezu eine Viertel­­million Men­schen wei­ter wächst. Dar­über, dass die­se Bevöl­kerungs­explosion ver­drängt wer­den muss, weil der Zwang zum zins­ba­sier­ten Wirt­schafts­wachs­tum letzt­lich vor­aus­setzt, dass immer mehr Kon­su­men­ten “immer mehr Mehr” kon­su­mie­ren. Also wir. Sie und ich. Sie und ich und die Ande­ren. Mög­lichst rund um die Uhr. Mit Giral­geld und auf Pump. In immer grös­se­ren Kon­sum­tem­peln oder ger­ne auch gren­zen­los — die vor­läu­fig letz­te Rake­ten­stu­fe des uner­sätt­li­chen Wachs­tums­wahns — im World Wide Web. Mit Glanz & Glo­ria und Frac­tio­n­al Life. Von Wer­be-Mil­li­ar­den, Kup­pel-Shows, Frau­en­tausch und Hartz-IV-Tele­vi­si­on weich­ge­kocht und ent­seelt. Auf der ver­meint­li­chen Sie­ger­sei­te der Schwei­ge­spi­ra­le klein­mü­tig aber poli­tisch kor­rekt mit den Wöl­fen heu­lend und kli­ckend. Las­sen Sie uns nach­den­ken dar­über, dass unser zins- und zin­ses­zins­ba­sier­tes Finanz- und Wirt­schafts­sys­tem uns nächs­tens wie­der an die Wand fah­ren wird und las­sen Sie uns schliess­lich erken­nen, dass uns die zuneh­men­de Bou­le­var­di­sie­rung von Poli­tik und Gesell­schaft nicht nur die Zeit zum Nach­den­ken raubt, son­dern durch Spal­tung in orts‑, bin­dungs- und ori­en­tie­rungs­lo­se Ein­zel­mas­ken — der ent­fes­sel­te Sin­gle als per­fek­ter Kon­su­ment — letzt­lich auch jeg­li­che Fähig­keit zu Soli­da­ri­tät und Demo­kra­tie…

Ent­we­der nie­mand ist schuld oder wir sind es alle — Demut und Bil­dung tut Not.
Mara / kunst & wach

 
Unsere enorm produktive Wirtschaft verlangt, dass wir den Konsum zum Lebensinhalt machen, dass wir den Kauf und Gebrauch von Waren in Rituale verwandeln, dass wir unsere spirituelle Befriedigung, unsere Ich-Befriedigung im Konsum suchen. Wir müssen dafür sorgen, dass immer mehr Dinge konsumiert, verbraucht, aufgetragen, ersetzt und weggeworfen werden. — Victor Lebow
 

Von Äpfeln und Birnen

Prolog zum Werk Nr105

Nr105 Unvergleichlich

Nr105 Unver­gleich­lich

In der Zen­tral­afri­ka­ni­schen Repu­blik (eines der ärms­ten Län­der welt­weit) ster­ben pro 1000 Lebend­ge­bo­re­ne 87,6 oder 8,8% im ers­ten Lebens­jahr — durch Armut.

In der Schweiz (eines der reichs­ten Län­der welt­weit) ster­ben pro 1000 Lebend­ge­bo­re­ne 114 oder 11,4% vor der Geburt — durch Abtrei­bung.

Ich freue mich sehr, Ihnen ein neu­es Werk aus dem WERKRAUM RAHMENHANDLUNG vor­stel­len zu kön­nen.

⇒ Zur Werk­seite von NR105 UNVERGLEICHLICH mit wei­te­ren Bil­dern, Werk­da­ten und einem Kom­men­tar von W. Stu­der

 
Seit Platon haben wir - ich meine damit Länder, die durch eine antike, christliche und koloniale Vergangenheit verbunden sind - das Machbare vor das Brauchbare gestellt und die Kontrolle des Lebens vor seiner Achtung. Wir haben die Natur, die Tiere und andere Kulturen missachtet, unsere Körper, unsere Gefühle und unsere eigenen Seelen. Und dieses „andere“ meldet sich jetzt. — Ariadne von Schirach
 

Ich bin dann mal weg

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr51 Närrische Öffnung

Nr51 När­ri­sche Öff­nung

(stu) Auf dem Geviert des dem Kunst­wer­ker Mara eige­nen weis­sen Sockels wie zufäl­lig leicht schräg und um weni­ges geschif­tet aus­ge­legt ein ein­fa­ches KREUZ, ein Kru­zi­fix ohne den Gekreu­zig­ten. Und eben­so zufäl­lig eini­ge Bluts­trop­fen, die sich bei nähe­rem Hin­se­hen als völ­lig undra­ma­ti­sche dafür aber wit­zig ein­ge­setz­te Pri­se KONFETTI erweist. Das Kreuz, abso­lu­tes Sym­bol der Chris­ten­heit, des Heils­ge­sche­hen und des Ver­spre­chens eines jeden Tod über­win­den­den ewi­gen Lebens als Fast­nachts­scherz und Kar­ne­vals­re­qui­sit? Ist Mara ein kunst­wer­kend zu Wer­ke gehen­der Got­tes­läs­te­rer, der, trotz sei­ner sacht iro­ni­schen und gros­so modo unta­de­li­gen Gestal­tung, erkennt­lich das ver­un­glimpft, was vie­len Hei­lig ist […]

 
Andere Meinungen dienen längst nicht mehr dazu, unsere eigenen zu überprüfen, nur dazu, den Gegner dingfest zu machen. — Eva Menasse
 

Der Vater des Gedankens ist sein Sohn

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr48 Schweine vor die Perlen geworfen

Nr48 Schwei­ne vor die Per­len gewor­fen

(stu) Wo immer Schwei­ne sich mani­fes­tie­ren, sind die sprich­wört­li­chen Per­len, jene Per­len, die, wie es scheint welt­weit und zu Hauf in ste­ti­gem Akkord vor die Schwei­ne gewor­fen wer­den, nicht weit […]