WENN SIE SCHON MAL HIER SIND...

Willkom­men bei KUNST & WACH, der pri­vat­en Web­seite über Kunst­werken und Wachstums­wahn. Keine Ahnung, was Sie hier­her führt. Viel­leicht wollen Sie ja gle­ich wieder gehen. Oder höchs­tens — wenn Sie schon mal hier sind — kurz in Erfahrung brin­gen, worum es geht und wer dahin­ter steckt? Oder wollen Sie etwa gle­ich zur Sache kom­men und uner­schrock­en dem Wahnsinn ins Auge schauen, die virtuelle Galerie besuchen oder das neuste Werk von MARA studieren? Pro­loge lesen? Die feingeisti­gen Sprach­perlen des elo­quenten Kunsthistori­­kers durch­drin­gen? Kom­mentare der Gäste durch­stöbern? Kon­takt aufnehmen?

Was weiss ich! Am besten machen Sie doch ein­fach was Sie wollen…

MARA
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kun­st & wach | wachsdum.ch | alertgallery.com  | © Mara 1995 ‑2020

 

Wir leben in einer Zeit in der alle reden aber die Menschen haben vergessen zuzuhören! — Bjørn Ihler

 

Die Waage unterscheidet nicht zwischen Gold und Blei

Prolog zum Werk Nr110

Nr110 Abwägen

Nr110 Abwä­gen

Zwis­chen Win­ter und Früh­ling war‘s, als die Welt begann, kom­plett aus dem Rud­er zu laufen, im Jahre Zwanzigzwanzig, dem Jahr, welch­es in der Schweiz mit ein­er erstaunlich milden Grippe­sai­son begonnen und dessen Win­ter kaum Schnee in die Niederun­gen gebracht hat­te… Doch dann ver­bre­it­eten sich virale Sta­tis­tiken rasend schnell über mehrere Kon­ti­nente…

Was dann passierte, wie die Schweiz­er Regierung und ‑Bürg­er darauf reagierten, was es mit dem dop­pel­ten Sym­pa­thiebonus auf sich hat, warum Ret­tungskred­ite Banken reich­er und Bürg­er ärmer machen und — warum beim Abwä­gen von Todeszahlen Bek­lem­mendes her­auskommt…

All dies war hier der inspiri­erende Stoff für des Kunst­werk­ers heit­er vergebenes Tun. Und so freue ich mich sehr, Ihnen das WERK NR110 ABWÄGEN mit wei­te­ren Bil­dern, Werk­da­ten und einem Kom­men­tar von W. Stu­der vorstellen zu kön­nen.

Mara/Mai 2020

 

Wo ist der Meister geblieben

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr60 Krank

Nr60 Krank

(stu) Das was hier wie ein Spätwerk der grossen Meret Oppen­heim oder wie eines der preis­lichen Luxu­swerke von Yoko Ono, der genial Merkan­tilen aber ewig in den Schat­ten ihres hinge­meuchel­ten Gat­ten ver­dammten Kün­st­lerin, aussieht und uns irgend­wie in seinem hos­pi­tal-ästhetis­chen Grausel-Out­fit mit dem nadelkisse­nar­tig mit Spritzen gespick­ten Charme eines knapp den Sta­tus eines ser­iös  gesund­heit­srel­e­van­ten Mas­sagegerätes ver­fehlten Sex-Toys mehr ver­wirrt, als uns lieb sein kann, ist ja auch nur bed­ingt als ein lediglich not-stand-geil­er Igel mit der kru­den Potenz eines instan­tent­flamm­baren geschlecht­szen­tri­erten Super-Junkies zu ver­ste­hen. Nein! Es ist nichts davon und es ist auch nicht ein alabas­triges Edel­nichts, geschaf­fen mit dem gehobe­nen Anspruch in der näch­sten Bien­nale in den Rän­gen zu glänzen, als hätte man die falsche Beschei­den­heit eben erfun­den und auch gle­ich mit Löf­feln gefressen und vielle­icht noch um eine Spritzen­länge weniger haben wir, das Pub­likum, es mit einem intro­vertierten Nagelkissen für den edlen Design­be­wussten Fakir zu tun, der im lustvollen Erdulden des Schmerzes nicht allein seine dun­klen Seit­en auslebt und uns mit der Flamme der Ein­sicht und der Lust auszuleucht­en ver­sucht, uns also in diesem Lichte den unser­er unbezähm­baren Gier unauswe­ich­lich fol­gen­den Domi­no­ef­fekt in den Unter­gang prophezeien. Nein! (mehr …)

 

Vom Jagen und Jäten

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr59 XXL

Nr59 XXL

(stu) Ein Latein­er des Frühchris­ten­tums hätte sofort erkan­nt, dass es sich beim sol­id sauber gear­beit­eten und matt schwarz gestrich­enen Objekt um ein Kreuz han­delt, das etwas merk­würdig anmu­tend einen um ein Vielfach­es verdick­ten Kreuzstän­der aufweist, neben dem die Kreuzarme nur mehr wie lächer­liche Stum­melchen wirken. Der Frühchrist wäre dann näher getreten um die Inschrift entz­if­fern zu kön­nen. XXL hätte er dann gele­sen und scharf­sin­nig gefol­gert, dass hier ein Gemein­schafts­grab für 30 Per­so­n­en markiert war. Wir, die wir ohne­hin immer alles bess­er wis­sen, als unsere Ahnen, wis­sen natür­lich, dass XXL nicht die römis­che Zahl 30 meint, son­dern dass IGGS IGGS LARTSCH die Beze­ich­nung für Über­grösse ist, für saumäs­sig gross und irre dick […]

 

Gefrorene Tränen versus Verblödung

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr57 Surrogat 1

Nr57 Sur­ro­gat 1

(stu) Eine stram­mge­sunde Topf­pflanze entwick­elt bei näherem Hin- und Run­dum­se­hen den Charme ein­er etwas skur­rilen Son­ntags­bastelei, indem näm­lich an der Basis des Topfes drei han­del­sübliche Bat­te­rien für Taschen­lampe oder so gebün­delt ange­fügt und durch zwei ver­schieden­far­bige elek­trisch lei­t­ende Kupfer­drähte, deren Enden pro­fes­sionell gehäutet diskret ins Erdre­ich gesteckt, zu einem Ganzen ver­bun­den sind. Man kann bei diesem Werk ein harm­los­es Avers von einem bedeu­tend weniger harm­losen und bei zunehmender Betra­ch­tung zunehmend bestürzen­deres Revers unter­schei­den. Das Avers zeigt uns die bürg­ersin­nige Grünpflanze mit ihrer Daten­ban­de­role. Das Revers die Energie zu- oder abführende elek­trische Mas­chine, die als­bald als Bombe erkan­nt, dem Magen ver­hal­tene Panikkrämpfe beschert […]

 

Vom Spiessbürger zum gespiessten Bürger

Prolog zum Werk Nr107

«Wir waren jene, die wussten, aber nicht ver­standen, voller Infor­ma­tio­nen, aber ohne Erken­nt­nis, rand­voll mit Wis­sen, aber mager an Erfahrung. So gin­gen wir, von uns selb­st nicht aufge­hal­ten» — Roger Willem­sen

Man ist von Spießern nicht nur umgeben, man sieht lei­der auch täglich beim Blick in den Spiegel einen. Nie­mand mag das zugeben, meint doch der Spot­tbe­griff «Spiess­bürg­er» heutzu­tage einen Men­schen, der sich dem Fortschritt ver­schliesst und geistig rück­ständig ist. Das war nicht immer so!  Ein Spiess­bürg­er zu sein war ursprünglich aller Ehren wert und beze­ich­nete einen tapfer­en Bürg­er, der sich mit seinem Spiess zu wehren wusste. Das war im Mit­te­lal­ter…

Wie wir mod­er­nen Spiess­bürg­er zu gespiessten Bürg­ern wur­den, wofür sich das Coro­na-Virus als Schwarz­er Peter ger­adezu anbi­etet, und warum wir für die Spiess­bürg­er von damals eine Lanze wer­den brechen müssen — all dies war hier der inspiri­erende Stoff für des Kunst­werk­ers heit­er vergebenes Tun. Und so freue ich mich sehr, Ihnen das WERK NR107 SPIESSBÜRGER mit wei­te­ren Bil­dern, Werk­da­ten und einem Kom­men­tar von W. Stu­der vorstellen zu kön­nen.

Mara/Feb 2020

 

Wer geht mit wem?

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr54 Smartphone

Nr54 Smart­phone

(stu) Von zwei Schüssen getrof­fen kon­nte sich der Fremde im unwegsamen Gelände des Gebirges vor seinen Ver­fol­gern nur sehr knapp hin­ter einem der tausend Felsen ver­steck­en — nur um nach weni­gen Tagen des Ver­har­rens an seinen Wun­den zu ster­ben. Als er, der wahrschein­lich ein Agent aus dem Süden war, endlich gefun­den wurde, war seine Leiche ein trau­riger Anblick und die zuständi­gen Behör­den und ihr Wis­senschafts­di­enst sichteten die Reste sein­er Klei­dung und die weni­gen Uten­silien, die er in ein­er Art Män­ner­tasche mit sich führte. Nein, ein Smart­phone war nicht dabei, aber der vor rund 7000 Jahren im Bren­nerge­bi­et kläglich Verblich­ene, als Ötzi bekan­nte, hat­te eine Schnur mit etlichen in unregelmäs­si­gen Abstän­den eingear­beit­eten Knoten bei sich — ein Itin­er­ar also, dem die wesentlichen Wegstreck­en der unter­nomme­nen Reise abzuleit­en und mit dem Winkel und Gestirne anzu­peilen waren […]

 

Serra und Zeitmaschine: Ein Schlüsselfall

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr53 Freiheit - Sicherheit

Nr53 Frei­heit — Sicher­heit

(stu) Dort wo im Sur­sel­va die Rus­sein von Nor­den zu Tale fällt um dann in der Sohle brav in den noch jun­gen Vorder­rhein einzu­fliessen als wär nichts geschehen, wird bisweilen mit Erfolg nach aus­ge­wasch­en­em Gold gesucht. Die Gold­such­er schwenken in geduldigem Rit­u­al ihre Siebe zwis­chen eini­gen Steinen, die stel­len­weise wie zufäl­lig geschichtet erscheinen — ein Phänomen, das ja in dieser wilden Gegend dur­chaus bekan­nt ist. Was sollte im übri­gen, fragt sich vielle­icht der Gold­jäger in ein­er Ver­schnauf­pause den Schweiss von der Stirne wis­chend, eine Mauer quer über den an dieser Stelle in der Regel als Bach, wenn nicht Bäch­lein, ziel­los dahin­plaud­ern­dern Vorder­rhein […]

 

Zeit- und Denkraub

Weichgekocht und entseelt

Schweigen_001„Nicht jede Ver­schwörungs­the­o­rie ist gefährlich, manch­mal ist es gefährlich, keine Ver­schwörungs­the­o­rie zu haben“ — Daniela Dahn

Lassen Sie uns nachdenken

Etwa darüber, dass sich die Welt­­bevöl­kerung seit Beginn des 19. Jahrhun­derts mehr als ver­sieben­facht hat und täglich (sic!) um na­hezu eine Viertel­­million Men­schen weit­er wächst. Darüber, dass diese Bevöl­kerungs­explosion ver­drängt wer­den muss, weil der Zwang zum zins­basierten Wirtschaftswach­s­tum let­ztlich voraus­set­zt, dass immer mehr Kon­sumenten “immer mehr Mehr” kon­sum­ieren. Also wir. Sie und ich. Sie und ich und die Anderen. Möglichst rund um die Uhr. Mit Giral­geld und auf Pump. In immer grösseren Kon­sumtem­peln oder gerne auch gren­zen­los — die vor­läu­fig let­zte Raketen­stufe des uner­sät­tlichen Wach­s­tum­swahns — im World Wide Web. Mit Glanz & Glo­ria und Frac­tion­al Life. Von Werbe-Mil­liar­den, Kup­pel-Shows, Frauen­tausch und Hartz-IV-Tele­vi­sion weichgekocht und entseelt. Auf der ver­meintlichen Sieger­seite der Schweige­s­pi­rale klein­mütig aber poli­tisch kor­rekt mit den Wölfen heulend und klick­end. Lassen Sie uns nach­denken darüber, dass unser zins- und zins­eszins­basiertes Finanz- und Wirtschaftssys­tem uns näch­stens wieder an die Wand fahren wird und lassen Sie uns schliesslich erken­nen, dass uns die zunehmende Boule­var­disierung von Poli­tik und Gesellschaft nicht nur die Zeit zum Nach­denken raubt, son­dern durch Spal­tung in orts‑, bindungs- und ori­en­tierungslose Einzel­masken — der ent­fes­selte Sin­gle als per­fek­ter Kon­sument — let­ztlich auch jegliche Fähigkeit zu Sol­i­dar­ität und Demokratie…

Entwed­er nie­mand ist schuld oder wir sind es alle — Demut und Bil­dung tut Not.
Mara / kun­st & wach

 
Unsere enorm produktive Wirtschaft verlangt, dass wir den Konsum zum Lebensinhalt machen, dass wir den Kauf und Gebrauch von Waren in Rituale verwandeln, dass wir unsere spirituelle Befriedigung, unsere Ich-Befriedigung im Konsum suchen. Wir müssen dafür sorgen, dass immer mehr Dinge konsumiert, verbraucht, aufgetragen, ersetzt und weggeworfen werden. — Victor Lebow