Die Pest ist ein Aperçu

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr45_Eskalation_006

Nr45 Eska­la­tion

(stu) Ein Hauch von edlem Holz­spiel­zeug von unschul­diger Hand­werk­lich­keit und abs­trakter plas­ti­scher Qua­lität, zwi­schen PAS­TO­RINI und VISA GLO­RIA zu asso­zi­ieren. Auch gerade mit sei­ner fast pud­rig fei­nen Ober­fläche zeigt sich <Nr45 Eska­la­tion> als künst­le­ri­sche Spie­lerei in Weiss und Rot und – als lich­tes ste­hendes Mobile schwe­bend erschei­nend – als eine der Ästhe­tik CAL­DER’S ver­pflich­tetes Werk, das in sei­nem Sinne auch als UN BLANC ET UN ROUGE beti­telt wer­den könnte […]

 

Was sie nicht hören wollen…

Prolog zum Werk Nr86

Nr86 Poli­ti­cART Cor­rect­ness

Kapierst du denn nicht den eigent­li­chen Sinn von Neu­sprech?… lässt George Orwell in sei­nem zeit­kri­ti­schen Roman einen Vasal­len aus dem Wahr­heits­mi­nis­te­rium schul­meis­tern und selbst­ge­recht fort­fah­ren… Beschwei­gen und Beschnei­den sol­len die Band­breite der Gedan­ken ein­engen. [So]… wer­den Gedan­ken­ver­bre­chen buch­stäb­lich unmög­lich, weil es keine Begriffe mehr gibt, um sie aus­zu­drü­cken […]

 

Ein Segel im Wind des freien Geistes

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr20 Der Fehler

Nr20 Der Feh­ler

(stu) Das Werk Nr20 vom Kunst­werker Mara ist Vie­les. Die­ses ver­hält­nis­mässig frühe Werk ist vor allem auch eine wun­der­schön gestal­tete Typo­gra­phie von bestechen­der gestal­te­ri­scher und inhalt­li­cher Ein­fach­heit und kon­ge­nialer Ver­knüp­fung. Gerade auch im Schwarz-Rot-Weiss sei­ner Phä­no­me­no­logie erscheint es als unver­kenn­bare Hom­mage an die welt­weite Hoch­blüte der Schwei­zer Schrift­gra­phik der Sech­ziger- und Sieb­zi­ger­jahre […]

 

Eine Hochzeit für die Hochzeit

Prolog zum Werk Nr85

Nr85 Hoch­zeit

Für Céline. Du bist schön, Du bist klug, Du bist – sehr sehr lie­bens­wert. Du ver­hilfst, ein­fühl­sam und mitt­ler­weile voll pro­fes­sio­nell, dem Nach­wuchs hoff­nungs­vol­ler Paare zum guten “Rutsch” in die schöne neue Welt des 21. Jahr­hun­derts. Und nun schnappst Du Dir also auch noch die­sen sym­pa­thi­schen Kerl mit dem wun­der­vol­len Namen, um mit ihm den Bund für’ s Leben ein­zu­ge­hen. Wohlan, da will ich doch […]

 

Unkultivierte Freiheit oder unfreie Kultur

Prolog zum Werk Nr84

Nr84 Gegensatz 5

Nr84 Gegen­satz 5

Ein guter Teil des Rin­gens der Mensch­heit staut sich um die eine Auf­gabe, einen zweck­mä­ßigen, d.h. beglü­ckenden Aus­gleich zwi­schen die­sen indi­vi­du­ellen und den kul­tu­rellen Mas­sen­an­sprü­chen zu fin­den, es ist eines ihrer Schick­sals­pro­bleme, ob die­ser Aus­gleich durch eine bestimmte Gestal­tung der Kul­tur erreich­bar oder ob der Kon­flikt unver­söhn­lich ist” […]

 

Abschied

Olga

Olga alias Dolga vom Rohr­graben
30.04.1999 – 22.05.2016

_____________

Im Augen­winkel
grad war sie doch noch bei uns […]

 

Eislauf mit Sturzgarantie und Pingpong

Aus der Serie «Sprachperlen»

Nr19 Gegen­sätze

(stu) Das Flui­dum, die Kopf­note und der erste Ein­druck des Wer­kes Nr19 ist Design gefäl­lig und ein jedes gedie­gene Arran­ge­ment von Desi­gn­möbel, ob im Wohn­be­reich der bil­dungs­be­flis­senen geho­benen Mit­tel­klasse oder etwa im Büro des edlen Anwalts erhielte zusätz­li­chen Glanz mit die­sem Dop­pel­bild bzw. Dypti­chon an der Wand. […]

 
Die Geschichte des Luxus ist die Geschichte eines Traumas. Wir genügen als nackte Menschen nicht. Erst wenn wir uns Statussymbole umhängen, erfahren wir uns als annehmbar: Wir gehen also Einkaufen, um die Welt zu überzeugen, dass wir interessante, wertvolle Menschen sind. - Alain de Botton
 

H A I K U

_____________

GUTE WAHL

Der Win­ter­ap­fel
der letzte – fle­ckig und klein
oh! Er ist köst­lich

GUETI WAHU

Der Win­teröpfu
der letscht – so flä­ckig und chli
oh! Er isch köscht­lich

© W. Stu­der

 

Du brauchst dich nur zu entscheiden

Prolog zum Werk Nr82

Nr82 Multioptionsgesellschaft

Nr82 Mul­ti­op­ti­ons­ge­sell­schaft

Die west­liche Moderne treibt sich in ihrem Wachs­tums­wahn immer wei­ter an und sprengt “mul­ti­op­tio­nal” alle Gren­zen – eine end­lose Party mit end­lo­ser Pro­duk­teviel­falt. Da aber nie­mand alles haben oder wer­den kann – wir haben nur einen Magen und ein Leben – sieht sich jede Gesellin/ jeder Geselle der Kon­sum­ge­sell­schaft erst ein­mal ver­sucht “die bes­ten Optio­nen” für seine/ihre Per­so­na­lity-Show her­aus­finden zu müs­sen. […]