Nr68 Angestachelt

Sta­chel­draht Mot­to Zin­ca­lu 1,7 mm / 4 Sta­chel — Hsp 100 m, 23x23x25cm (LxBxH),
© mara 2015
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Inspiration

“Mil­lio­nen von Mus­li­men wer­den der­zeit ange­sta­chelt zu töd­li­chen Hass­ti­ra­den auf alles West­li­che. Von der Ver­fol­gung von 100 Mil­lio­nen Chris­ten in vie­len isla­mi­schen Staa­ten spricht kein Mensch.” […]

- Ulli Kul­ke in Alle fünf Minu­ten wird ein Christ getö­tet, Die Welt 19.09.12

P.S. Gemäss Welt­ver­fol­gungs­in­dex 2015 sind die Chris­ten die am meis­ten ver­folg­te Glau­bens­grup­pie­rung welt­weit und bei neun von zehn die Schre­ckens­lis­te anfüh­ren­den Län­dern gehört “isla­mi­scher Extre­mis­mus” zu den Haupt­trieb­kräf­ten der Ver­fol­gung.

Das Werk

<Nr68 Ange­sta­chelt> ist ein wei­te­res Schau­stück lin­gu­is­tisch eigen­wil­li­ger Inter­pre­ta­ti­on des Hoch­deut­schen, eine her­vor­ste­chen­de Trans­for­ma­ti­on hor­ri­blen Ansta­chelns und Ange­sta­chelt-Seins. Kunst­sprech: MISCONSTRUCTION-ART.

Zum Werk­kom­men­tar

Klassifikation

<Nr68 Ange­sta­chelt> ist ein Werk aus dem Werk­raum Deu­tung.

Bekanntgabe

Nov 2015 → Ange­sta­chelt, Pro­log zum Werk <Nr68 Ange­sta­chelt>

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Stacheldraht Papiertiger und Biedermänner

Kommentar zum Werk Nr68

von Wal­ter Stu­der

(stu) 100 Meter soli­den und neu­en Sta­chel­drah­tes zur Rol­le gewi­ckelt und zum Zylin­der hoch­ge­stellt, als wärs ein Sup­pen­topf. Aber nein! Hier heisst es nicht: “Es ist ange­rich­tet!” son­dern viel mehr: “Es ist ange­sta­chelt!” und auch wenn man den Ein­druck haben könn­te, dass der Kunst­wer­ker zwar nicht auf den Hund son­dern eben auf den Sta­chel­draht gekom­men sei — tat­säch­lich ist Num­mer 68 bereits das zwei­te Werk sta­chel­drah­ti­ger Phä­no­me­no­lo­gie — hat es sich Mara nicht leicht gemacht. Denn sei­ne Mate­ri­al­wahl ist im the­ma­ti­schen Kon­text zwin­gend, weil Aus­sa­ge, Pro­gramm und Iko­no­lo­gie in Einem. Mir hat es der kryp­to­po­li­ti­sche Kon­zept­künst­ler Mara, der sich als Kunst­wer­ker ver­steht, auch nicht leicht gemacht — mit die­sem bri­san­ten The­ma, das sinn­voll nur mit der Inan­spruch­nah­me  von mehr Platz als üblich kom­men­tiert wer­den kann.

Als Inspi­ra­ti­on für sein Kunst­werk und ganz klar auch uns als sol­che ange­tra­gen, ver­weist Mara auf die Ein­gangs zitier­te War­nung von Ulli Kul­ke, der — alar­miert von der all­ge­mei­nen Igno­ranz der west­lich-christ­li­chen ers­ten Welt gegen­über den gefähr­lich mili­tan­ten Hetz­ti­ra­den gegen die Chris­ten und den Wes­ten der isla­mi­schen vor­wie­gend der drit­ten Welt ange­hö­ren­den Pro­pa­gan­dis­ten auf dem Vehi­kel des Islam, was im Umfeld des Islam Pogro­men gegen die dort ansäs­si­gen Chris­ten zur Fol­ge hat. Pogro­me die einer­seits abso­lut gegen das Gebot der Reli­gi­ons­frei­heit im Islam ver­stos­sen — die isla­mi­sche Theo­lo­gie und Weis­heits­leh­re begrün­det die­se Reli­gi­ons­frei­heit seit alters­her damit, das Allah, wenn er nur den Islam gewollt hät­te, dies auch so geschaf­fen hät­te. Pogro­me und Het­ze­rei, die ande­rer­seits dem Wes­ten seit Jahr­hun­der­ten bekannt sind — waren doch die Chris­ten selbst in die­ser Spar­te des Het­zens und Schlach­tens Anders­gläu­bi­ger noch bis ins 19. Jahr­hun­dert die über­ra­gen­den Meis­ter — die aber die jüngs­te Geschich­te und die Gegen­wart tun­lichst ver­schweigt. Selbst oppo­si­tio­nells­ten Krei­sen und deren Medi­en sind die­se Ver­bre­chen von Extre­mis­ten und brei­ten Krei­sen der Bevöl­ke­rung und den Regie­run­gen in isla­mi­schen Län­dern ein Tabu. War­um eigent­lich? War­um wer­den die weni­gen War­nen­den wie der genann­te Ulli Kul­ke oder erst recht Schwerst­ge­wich­te was Kom­pe­tenz betrifft wie der weit her­um geäch­tet ver­stor­be­ne Peter Scholl Latour als Fal­ken oder gar als rechts­las­ti­ge Frem­den-Het­zer oder als komi­sche und geis­tig behin­der­te Figu­ren dif­fa­miert und lächer­lich gemacht? Die­se War­nung und zwei­fels­frei gerecht­fer­tig­te Kla­ge von Ulli Kul­ke steht natür­lich im Zusam­men­hang mit den zuneh­mend im Mil­lio­nen­be­reich zu zäh­len­den Flücht­lin­gen aus vor­wie­gend eben gera­de die­sen Brand­her­den der irra­tio­nals­ten Chris­ten­het­ze und Chris­ten­ver­fol­gung. Es ist klar, dass es euro­pa­weit kei­ner­lei grif­fi­ge, nach­hal­ti­ge und bil­li­ge bzw. auf Dau­er im ohne­hin schon sozi­al unver­träg­lich libe­ral tief­be­steu­er­ten Bereich bezahl­ba­re Kon­zep­te gibt mit denen Mas­sen von Migran­ten assi­mi­liert wer­den kön­nen. Es han­delt sich um Migran­ten, die auch Wün­sche äus­sern und deren Leu­mund und Gesin­nung und deren Grad poli­tisch-reli­giö­ser Mili­tanz, ja sogar deren zivi­le Iden­ti­tät in der Regel über­haupt nicht fest­ge­stellt wer­den kann. Es ist selbst den Gut­mei­nends­ten in Poli­tik, Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, Exe­ku­ti­ven, Sozi­al­in­sti­tu­tio­nen und der all­ge­mei­nen Bevöl­ke­rung — und wer will den Flücht­lin­gen nicht hel­fen — min­des­tens im Hin­ter­kopf klar, dass wir innert nütz­li­cher Frist die Heer­scha­ren von in kei­ner­lei Bezie­hung mit den Gege­ben­hei­ten der west­li­chen Welt zu ver­ei­ni­gen­den Flücht­lin­ge, die mehr­heit­lich bereits vor ihrer Ankunft bei uns als Par­al­lel­ge­sell­schaf­ten for­miert sind — mit dem über­dies nicht weg­zu­dis­ku­tie­ren­den Poten­ti­al zur Mehr­heits­bil­dung — nicht wirk­lich in unse­re kul­tu­rell und öko­no­misch und sozi­al höchst sen­si­blen Staa­ten auf­neh­men kön­nen. In eine nota bene selbst in ihrem all­fäl­li­gen Athe­is­mus christ­lich und auf­klä­re­risch gepräg­te euro­päi­sche Welt, die den patho­lo­gi­schen alt­ori­en­ta­li­schen Frau­en­hass — den auch das Chris­ten­tum zu über­win­den hat­te — kei­nes­falls dul­den kann. Zur Erin­ne­rung: In den isla­mi­schen Stamm­län­dern der Immi­gran­ten wer­den Frau­en, ent­ge­gen übri­gens wie­der­um den Vor­schrif­ten des Korans, tra­di­ti­ons­ge­mäss ver­hüllt und eben­falls ent­ge­gen dem Koran in der per­sön­li­chen Ent­wick­lung sys­te­ma­tisch unter­drückt und eben­falls ent­ge­gen dem Koran in gewis­sen Gegen­den sogar geschlecht­lich beschnit­ten, das heisst in trau­ma­ti­scher Wei­se kör­per­lich und see­lisch-geis­tig übelst ver­stüm­melt.

Natür­lich gibt es his­to­ri­sche Alt­las­ten aus der Zeit des impe­ria­lis­ti­schen Kolo­nia­lis­mus und lei­der auch gegen­wär­ti­ge, oft ver­bre­che­ri­sche und min­des­tens am Ran­de einer im übri­gen frag­wür­di­gen west­lich gewich­te­ten Lega­li­tät ope­rie­ren­de öko­no­misch-insti­tu­tio­nel­le Fehl­leis­tun­gen und Mäch­te, wie etwa die Aus­beu­tung besag­ter Län­der über Roh­stoff­kon­zer­ne, Waf­fen­han­del, Agrar-Boden­spe­ku­la­ti­on, Paten­te auf Basis-Säme­rei­en und Basis-Medi­ka­men­ten, Was­ser­rech­te, Hedge-Fonds und ande­res mehr. All dies im übri­gen ohne die Ein­hal­tung auch nur der gerings­ten Sozi­al- und Umwelstan­dards! Ver­ges­sen wir eben­falls nicht den nach wie vor nicht aus­ge­rot­te­ten Hun­ger in der Welt im Kon­trast zu unse­rer wachs­tums­gei­len über­sät­tigt hedo­nis­ti­schen Kon­sum­ge­sell­schaft, die mit der Hälf­te des­sen was sie an Nah­rungs­mit­tel weg­wirft den Hun­ger in der Welt für immer stil­len könn­te. Ver­ges­sen wir auch nicht die auf Grund unse­res unge­brems­ten Ölhun­gers welt­weit geschütz­ten radi­kal­is­la­mi­schen Dik­ta­tu­ren wie etwa die Emi­ra­te, die ihres­glei­chen selbst in der euro­päi­schen Anti­ke und Mit­tel­al­ter kaum zu fin­den sind.

Mit all dem end­lich auf­zu­räu­men ist ein abso­lu­tes Muss. Unter­lässt man die­se Kor­rek­tu­ren, sind alle Plä­ne der EU und der ers­ten Welt die Migra­ti­ongs­strö­me zu assi­mi­lie­ren und zum Ver­sie­gen zu brin­gen ledig­lich Papier­ti­ger.

Berech­tigt nun die­se Art der Unter­drü­ckung und Aus­beu­tung der drit­ten Welt durch unse­re, durch die ers­te Welt die der­zei­tig kul­ti­vier­te POLITICAL CORRECTNES der abso­lu­ten ZENSUR und WAHRNEHMUNGSBLÖDHEIT und der FALSCH VERSTANDENEN MENSCHLICHKEIT die nicht nur von der poli­ti­schen son­dern auch der intel­lek­tu­el­len und kul­tu­rel­len Kas­te die­ser ers­ten Welt wei­test­ge­hend mit­ge­tra­gen wird?

Nein! Im Gegen­teil! Denn unser Euro­pa, das Euro­pa der EU in Ver­ei­ni­gung mit den weni­gen nicht EU zuge­hö­ri­gen aber den­noch euro­päi­schen Staa­ten, wie vor allem der Schweiz, ist ins­ge­samt gerech­net die gröss­te Wirt­schafts­macht der Welt, und Euro­pa ist das Stamm­land  der west­li­chen hoch­ent­wi­ckel­ten Kul­tu­ren und deren Ein­fluss­ge­bie­te, und Stamm­land der Leit­kul­tur welt­weit. Die­se öko­no­mi­sche und kul­tu­rel­le Welt-Macht Euro­pa hat eine ent­spre­chen­de Ver­ant­wor­tung und — gera­de wenn sie hel­fen will — die Pflicht sich und sei­ne demo­kra­tisch-auf­klä­re­ri­schen Idea­le zu schüt­zen. Euro­pa braucht eine agi­le Aus­sen­po­li­tik und die finan­zi­el­len und mili­tä­ri­schen Mit­tel, die­se nach­hal­tig, näm­lich zum Nut­zen aller Betei­lig­ten, durch­zu­set­zen — und zwar auch vor Ort. Vor allem aber braucht Euro­pa ein star­kes Selbst­be­wusst­sein und den ent­spre­chen­den, wenn nötig aggres­si­ven Selbst­er­hal­tungs­trieb. Mit devo­ter Anbie­de­rung und Anpas­sung an pri­mi­tiv-isla­mis­ti­sche Flücht­lin­ge und deren Schlep­per­ma­fia und den meist unrea­lis­tisch über­spann­ten Ansprü­chen die­ser fehl­ge­lei­te­ten jedoch tat­säch­lich hilfs­be­dürf­ti­gen Ent­wur­zel­ten ist der Kata­stro­phe Tür und Tor geöff­net. Mit blin­dem Opti­mis­mus die Arme öff­nen und so tun als sei die Inte­gra­ti­on von vor­wie­gend schlecht aus­ge­bil­de­ten jun­gen Män­ner aus bil­dungs­fer­nen isla­misch bis isla­mis­tisch gepräg­ten Hei­mat­län­dern in einen min­des­tens ange­spann­ten und den Ankömm­lin­gen weit­ge­hend nicht adäqua­ten und ohne­hin bru­tal libe­ra­li­sier­ten Arbeits­markt eine Sache des guten Wil­lens, der pri­va­ten Initia­ti­ve und der Mensch­lich­keit, ist letzt­lich eine explo­si­ve und kon­zep­ti­ons­los dum­me Lüge­rei. Es ist eben dies jene Augen­wi­sche­rei, die sich bei nähe­rem Hin­se­hen als bie­der­män­ni­sche Brand­stif­te­rei im ganz gros­sen Stil ent­larvt. Wem nützt’s? Auf Dau­er gewiss Nie­man­dem — nicht ein­mal jenen Poli­ti­ker, die sich jetzt plötz­lich ein über­aus gros­ses und weit offe­nes Herz zuge­legt haben, um dann wenig spä­ter, beim Durch­bruch des Schei­terns die Hän­de in Unschuld waschen zu kön­nen — wie wei­land der bibli­sche Pro­ku­ra­tor von Jeru­sa­lem, Pon­ti­us Pila­tus.

Okt 2015, W. Stu­der

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